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Samstag, 29.04.2017

Business News

Mittwoch 12.03.2014

MXC-Kabel überträgt 800 Gbit/s - Erste Kabel noch 2014 auf dem Markt

Bereits seit einigen Jahren entwickelt Intel in Kooperation mit dem Spezialglashersteller Corning "Silicon Photonics", ein Glasfaserkabel, bei dem Photonen die Datenübertragung übernehmen. Aktuell erreichen die Entwickler damit...[mehr]

Dienstag 11.03.2014

Dobrindt hofft auf "Initialzündung"

Bei der ersten Gesprächsrunde der von Infrastrukturminister Alexander Dobrindt ins Leben gerufenen "Netzallianz Digitales Deutschland" sicherten die Netzanbieter ihren Investitionswillen zu, forderten aber von der Regierung klare...[mehr]

Mittwoch 26.02.2014

Standortfaktor Breitband - Deutschland weiterhin nur im Mittelfeld

Das Statistische Bundesamt hat heute aktuell Zahlen zur Nutzung schneller Internetverbindungen durch in Deutschland ansässige Unternehmen veröffentlicht. Lediglich jedes vierte verfügt demnach über eine Anbindung mit mindestens...[mehr]

Donnerstag 05.07.2012

Kommunale Versorger haben Potenzial

Beim Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland tut sich für kommunale Infrastruktur-Unternehmen eine Möglichkeit auf, in den Telekommunikationsmarkt verstärkt einzusteigen und den Breitbandausbau voranzubringen.[mehr]

Mittwoch 27.06.2012

Kabelnetzbetreiber wachsen kontinuierlich

Die TV-Kabel Branche sowie Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Ipsos beziehungsweise Analysen des Beratungs­unter­nehmens Solon bescheinigen den Kabelnetzbetreibern uneingetrübtes Wachstum. Die...[mehr]

Die Perspektiven leistungsfähigerer Netze

Das Breitbandziel der Bundesregierung sieht vor, dass bis Ende 2014 75 Prozent aller deutschen Haushalte über Breitbandanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s verfügen können. Auf dem Weg dorthin ist die Zahl der Breitbandanschlüsse auch 2012 wieder gestiegen, wenn sich auch das Wachstum verlangsamt hat. Offen ist, inwieweit dies auf Sättigungstendenzen schließen lässt.

Marktimpulse für einen Ausbau der Netze sind von den Breitbandinitiativen des Bundes und der Länder und der damit verbundenen Netzerweiterung im ländlichen Raum sowie von neuen Diensten und Inhalten im Internet zu erwarten, für die private Konsumenten ebenso wie gewerbliche Nutzer leistungsfähigere Bandbreiten benötigen. So sind beispielsweise wichtige Zukunftsprojekte wie etwa intelligente Strom- und Verkehrsnetze auf höhere Bandbreiten angewiesen. Aber auch Videoanwendungen und Cloud-Dienste werden das ohnehin kontinuierlich wachsende Datenvolumen künftig weiter in neue Höhen treiben.

Bereits jetzt steigt das transportierte Datenvolumen in beachtlichen Wachstumsraten. 2011 registrierte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) eine Zunahme des pro Breitbandanschluss und Monat verbrauchten Datenvolumens um mehr als 16,3 Prozent auf 12,1 Gigabyte. Insbesondere die ungebrochen zunehmende Verbreitung von Videoanwendungen aller Art führt zu diesem Anstieg. Das gesamte Datenvolumen hat sich 2011 auf  geschätzte 4,3 Milliarden Gigabyte belaufen. 

Ein weiteres Momentum für eine zusätzliche Marktdynamik könnte durch den Wettbewerb zwischen Telekommunikationsunternehmen und Kabelnetzfirmen entstehen, da letztere gegenwärtig über bessere Möglichkeiten verfügen, höhere Bandbreiten anzubieten. Auch der Glasfaserausbau der Stadtnetzbetreiber schafft zusätzliche Wettbewerbsanreize.

Kooperationen einzelner Wettbewerber zur Senkung der Investitionskosten oder die Zusammenarbeit mit Energieversorgern etwa bei der Netzerschließung neuer Wohngebiete könnten den Ausbau der Infrastruktur ebenfalls positiv beeinflussen. Für einen Erfolg solcher Kooperationen sind allerdings klare regulatorische Rahmenbedingungen nötig, um den nötigen Wettbewerbsrahmen aufrechtzuerhalten. Ebenso erfordern die Verbindung bestehender Netze einzelner Wettbewerber und die Frage des offenen Netzzugangs verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen. Weiterhin sind für einen akzeptablen return on investment geeignete Finanzierungsmodelle vonnöten, zu denen auch das Angebot und die Einbindung staatlicher Finanzierungshilfen gehört.

Verteilung der vermarkteten Bandbreiten
Abbildung 1: Verteilung der vermarkteten Bandbreiten

Bandbreitenmöglichkeiten noch wenig genutzt

Die hohen Investitionskosten – insbesondere bei FTTH/FTTB-Lösungen – rentieren sich aber zunächst nur bei einem deutlich gesteigerten Interesse auf der Nachfrageseite. Gegenwärtig, so bilanzieren die Marktexperten des Beratungsunternehmens Deloitte in einer Marktstudie zur Zukunft des Glasfaserausbaus, scheint die überwiegende Mehrzahl der Nutzer die gegenwärtigen Möglichkeiten der VDSL-Technologie bzw. des Kabelnetzes als ausreichend zu empfinden. Denn trotz der zur Verfügung stehenden hochleistungsfähigen Bandbreiten werden von den Kunden immer noch überwiegend niedrige Bitraten genutzt. Hochbitratige Anschlüsse von 50 Mbit/s und mehr sind dagegen noch wenig verbreitet. 41, 7 Prozent der Anschlüsse liegen in der Mbit/s-Spanne von zwei bis zehn. Weitere 27, 2 Prozent zwischen zehn und dreißig Mbit/s. Eine Studie der United Internet AG ergab, dass sich viele Internetnutzer zwar höhere Bandbreiten wünschen, die Zahlungsbereitschaft hierfür aber begrenzt ist. So waren beispielsweise 38 Prozent der Befragten grundsätzlich nicht bereit, für höhere Bandbreiten als 16 Mbit/s mehr zu zahlen. (Abbildung 1).

FTT-X.NET - Verteilung Breitbandkunden
Abbildung 2: Verteilung Breitbandkunden

Umkämpfter Markt bei Breitbandanschlüssen

Am Breitbandmarkt stehen sich als Konkurrenten vor allem die Deutsche Telekom AG sowie drei große Wettbewerber – Vodafone, United Internet AG und Telefónica – gegenüber. Mit diesen wiederum konkurrieren auf ihrer eigenen technologischen Basis die Kabelnetzbetreiber, hier mit nennenswerten Marktanteilen die Kabel Deutschland Holding AG, die Unity Media GmbH sowie die Kabel BW GmbH. Das Internet ist zu dabei zu einem bedeutendem Wachstumstreiber der Kabelnetzanbieter geworden. Weitere Marktteilnehmer sind die Stadtnetzbetreiber. Die einzelnen Anteile der Unternehmen an der Gesamtheit der Breitbandkunden Ende 2010 zeigt die Grafik. (Abbildung 2)

Eine Auswahl der wichtigsten Unternehmen im deutschen Telekommunikationsmarkt