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Freitag, 28.04.2017

Business News

Mittwoch 12.03.2014

MXC-Kabel überträgt 800 Gbit/s - Erste Kabel noch 2014 auf dem Markt

Bereits seit einigen Jahren entwickelt Intel in Kooperation mit dem Spezialglashersteller Corning "Silicon Photonics", ein Glasfaserkabel, bei dem Photonen die Datenübertragung übernehmen. Aktuell erreichen die Entwickler damit...[mehr]

Dienstag 11.03.2014

Dobrindt hofft auf "Initialzündung"

Bei der ersten Gesprächsrunde der von Infrastrukturminister Alexander Dobrindt ins Leben gerufenen "Netzallianz Digitales Deutschland" sicherten die Netzanbieter ihren Investitionswillen zu, forderten aber von der Regierung klare...[mehr]

Mittwoch 26.02.2014

Standortfaktor Breitband - Deutschland weiterhin nur im Mittelfeld

Das Statistische Bundesamt hat heute aktuell Zahlen zur Nutzung schneller Internetverbindungen durch in Deutschland ansässige Unternehmen veröffentlicht. Lediglich jedes vierte verfügt demnach über eine Anbindung mit mindestens...[mehr]

Donnerstag 05.07.2012

Kommunale Versorger haben Potenzial

Beim Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland tut sich für kommunale Infrastruktur-Unternehmen eine Möglichkeit auf, in den Telekommunikationsmarkt verstärkt einzusteigen und den Breitbandausbau voranzubringen.[mehr]

Mittwoch 27.06.2012

Kabelnetzbetreiber wachsen kontinuierlich

Die TV-Kabel Branche sowie Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Ipsos beziehungsweise Analysen des Beratungs­unter­nehmens Solon bescheinigen den Kabelnetzbetreibern uneingetrübtes Wachstum. Die...[mehr]

Rahmenbedingungen für den Netzausbau schaffen: das NGA-Forum

In rasanter Geschwindigkeit verändern sich die Informationstechnologien und damit auch der Telekommunikationsmarkt. Ehemals klassische Strukturen befinden sich im Wandel: Energieversorger werden zu Telekommunikationsanbietern und Kommunen werden mehr und mehr zu Infrastrukturentwicklern.

Schon lange ist man sich darüber einig, dass Breitbandnetze ein wesentliches Fundament für wirtschaftliches Wachstum darstellen.  So sagte der Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Stefan Kapferer, dass „ein freies und leistungsfähiges Internet zu einem unverzichtbaren Baustein unserer Gesellschaft geworden ist“. Dies spiegelt sich auch in der  Breitbandstrategie der Bundesregierung wider. Dort wurden zwei wesentliche Ziele ausgegeben:

1. Bestehende Lücken in der Breitbandversorgung schließen und flächendeckende leistungsfähige Breitbandanschlüsse verfügbar machen.

2. Hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s für möglichst große Teile der Bevölkerung zu gewährleisten.

Die damit zusammenhängenden Fragestellungen werden unter dem Schlagwort „Next Generation Access“ (NGA) diskutiert. Im Zuge dieser Strategie wurde der Bundesnetzagentur die Aufgabe zugewiesen, durch die Erarbeitung von Eckpunkten die Grundzüge einer wachstums- und innovationsorientierten Regulierung festzulegen. Der Ausbau der Breitbandnetze wird zu einer Umgestaltung der heutigen Telekommunikationsnetze und der Marktstruktur führen. Da der Breitbandausbau ein zentralerTeil der Entwicklung und der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaftlich ist, müssen Fragen zur Umsetzung breit diskutiert werden.

Hierfür hat die Bundesnetzagentur die Gründung des „NGA-Forums“ vorgeschlagen. Es hat einen beratenden Auftrag und soll den konsensualen Prozess in der Branche mit Entscheidungen und Beschlüssen vorantreiben. Es trifft  keine rechtlich verbindlichen Entscheidungen. 

Das Forum soll Themen frühzeitig aufgreifen, um den Breitbandausbau in Deutschland, der gewaltige Investitionen erfordert, voranzutreiben und Probleme der praktischen Umsetzung zu lösen. Der Dialog zwischen Regulierer, Netzbetreibern, Herstellern, Ländern und Kommunen muss gefördert werden. Dazu werden hochrangige Experten eingeladen, die den Markt „repräsentieren“ bzw. über entscheidende Erfahrungen verfügen.

Ziel des Forums ist es Schritte zu entwickeln, um den in der Breitbandstrategie der Bundesregierung aufgezeichneten Plan des flächendeckenden Ausbaus mit hochleistungsfähigen Breitbandnetzen umzusetzen und um Lösungen für zentrale Probleme der praktischen Umsetzung zu erarbeiten. Für den Aufbau solcher NGA-Netze spielen folgende Themen eine besondere Rolle:

  • Der Begriff Open Access ist von zentraler Bedeutung; hierzu sind noch viele Fragen offen. So sollte in einem ersten Schritt zunächst ein gemeinsames Verständnis des Begriffs Open Access erarbeitet werden. Darauf aufbauend sollte geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Bedingungen Open Access den Breitbandausbau positiv stimulieren kann.
  • Es  sollen technische und operationale Aspekte des Zugangs zu Glasfasernetzen und anderen NGA-Netzen behandelt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die notwendige Interoperabilität gewährleistet wird, damit moderne Telekommunikationsdienstleistungen von Anfang an netzübergreifend zu realisieren sind. Auf diese Weise können  Entwicklungen im Sinne der Verbraucherinteressen einen optimalen Nutzen entfalten; gleichzeitig werden kostspielige (technische) Nachrüstungen vermieden.
  • Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur (z.B. Inhouse-Verkabelung)  gewinnt vor dem Hintergrund der anstehenden Umsetzung der überarbeiteten EU-Richtlinien an Bedeutung. Hier könnten im Rahmen des Forums praktische Aspekte der gemeinsamen Nutzung erörtert werden
  • Auch der Themenkomplex Co-Investment mit seinen verschiedenen Mitinvestitionsmodellen stellt sich als Schwerpunkt des NGA-Ausbaus dar. Das NGA-Forum soll die unterschiedlichen Modelle  bewerten, inwieweit sie zur Erreichung der Ziele geeignet sind. Die Bundesnetzagentur will im Rahmen des Forums ausloten, wie wahrscheinlich die Bereitschaft aller Akteure ist, bei Kooperationen zu freiwilligen Branchenlösungen zu kommen.

Endbericht des NGA-Forums

Am 08. November 2011 hat das NGA-Forum seinen Endbericht verabschiedet. In diesem wird auf die o.g. Themen Bezug genommen und ein aktueller Stand festgehalten.

So haben sich die Unternehmen darauf verständigt, dass sie freiwillig den Zugang zu ihren FTTB/FTTH-Netzen gewähren werden. Konsens herrscht auch darüber, dass eine Standardisierung von Schnittstellen und Prozessen erforderlich ist. Einig ist man sich ebenfalls darüber, dass für die Interoperabilität in einer NGA-Welt abgestimmte und standardisierte Geschäftsprozesse von entscheidender Bedeutung sind. So sollen v.a. die Bereiche,

-          Bereitstellung „Neuanschluss“

-          Beendigung (Kündigung ohne Anbieterwechsel)

-          Entstörung und

-          Anbieterwechsel,

vereinfacht und standardisiert werden. Dies erfordert die Koordination zahlreicher Akteure in der Telekommunikationsbranche und soll das „Zusammenspiel der Netze“ verbessern.

Das NGA-Forum weist darauf hin, dass ein NGA-roll-out nicht über ein einzelnes Unternehmen mit einer einzelnen Technologie erfolgen kann. Vielmehr sind auch lokale Glasfasernetze von Gemeinden und Kommunen sowie Energieversorger von Bedeutung. Hinzu kommt, dass NGA-Netze nur ein Erfolg werden können, wenn sie zu einem breit akzeptierten und eingesetzten Produkt werden. „Hierfür bedarf es der Vermarktungsleistung vieler Diensteanbieter“, so das NGA-Forum.

In dem Bericht werden ebenfalls genauere Zahlen zum aktuellen Stand der Versorgung mit flächendeckenden leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und zum geplanten Ausbau der hochleistungsfähigen Breitbandanschlüsse genannt.

So ist festzuhalten, dass Mitte 2011 knapp 99 % der deutschen Haushalte Zugang zu einem Breitbandanschluss mit mindestens 1 MBit/s Bandbreite haben. Auch die Schließung der so genannten „weißen Flecken“ kann in Kürze realisiert werden.

Auch zum Ausbau der Glasfasernetze werden erste Zahlen präsentiert. So hat das „Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste“ errechnet, dass ein flächendeckendes Glasfasernetz mit potenziell 40 Mio. Anschlüssen, Investitionen von 70 bis 80 Mrd. Euro erfordert. Die Preise für die Endkunden, wenn man kostendeckend arbeitet, lägen zwischen 30€  - 70 € pro Anschluss und Monat. Die starken Preisschwankungen hängen damit zusammen, dass der Ausbau in dünnbesiedelten Gebieten weitaus teurer ist. Denkbar wäre auch ein bundeseinheitlicher Preis, der etwas höher ist und die defizitären Bereiche ausgleicht. Ein solcher läge bei ungefähr 44 €. Ebenfalls errechnet wurde die derzeitige Zahlungsbereitschaft der Kunden: so ist ein Großteil der Kunden bereit, rund 5 € mehr für eine höhere Bandbreite zu bezahlen. Dies korrespondiert mit unserer NGA-Umfrage auf ftt-x.net.

Das Institut regt an zu prüfen, ob bei den Kunden eine Bereitschaft vorliegt, einen gewissen Teil der Investition selbst zu zahlen. So wäre es denkbar, dass Kunden die Inhouse-Verkabelung oder die Verkabelung auf dem Grundstück teilweise selbst tragen. In diesem Fall würde sich der Investitionsbedarf entsprechend verringern.

Die Mitglieder des NGA-Forums bezeichnen vor allem die Entwicklung der Nachfrage und die Zahlungsbereitschaft der Kunden als Erfolgsfaktoren für den Ausbau. Zudem sei es wichtig, einen schnellen Umstieg auf die neue Infrastruktur zu ermöglichen, um Migrationskosten- und risiken zu reduzieren.

Abschließend stellt das NGA-Forum fest, „dass die Anstrengung aller erforderlich ist, um die notwendigen Investitionen zu realisieren und den Endkunden attraktive Dienstleistungen anzubieten.“ Zudem liegt der aktuelle Ausbauzustand von Glasfaseranschlüssen noch unter dem möglichen Potenzial.

Weitere Informationen zum NGA-Forum und den Endbericht finden Sie auf folgender Seite:

www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/RegulierungTelekommunikation/NGAForum/NGAForum_node.html