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Freitag, 28.04.2017
Mittwoch, 02.05.2012 09:33

Europa: EU Kommissarin Neelie Kroes über den aktuellen Stand der Digitalen Agenda

Am 23. und 24. April sprach die Vize Präsidentin der Europäischen Kommission, Neelie Kroes, vor dem Europäischen Parlament und der Konferenz der Nationalen Parlamente über die Digitale Agenda. Neelie Kroes ist die zuständige Kommissarin für diesen Bereich und damit Hauptansprechpartner für die Umsetzung der Agenda.


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©Schmuttel/Pixelio

In ihrer Rede sendete die Kommissarin eine simple Botschaft: „Wenn ihr an die Wirtschaft der Zukunft denkt, vergesst die Digitale Revolution nicht. Das Internet verändert unsere Wirtschaft, unsere Möglichkeiten und unsere Welt.“

Die europäische digitale Internet-Wirtschaft ist schon jetzt größer als die nationale Wirtschaft Belgiens und wächst stärker als die Wirtschaft der Volksrepublik China. Neelie Kroes sieht einen konkreten Zusammenhang zwischen der Verbesserung der digitalen Rahmenbedingungen und dem Wirtschaftswachstum. So führt die Verbreitung von Breitbandanschlüssen um 10% zu einem erhöhten Anteil des digitalen Wirtschaftssektors am BIP um 1 bis 1,5 %.

Des Weiteren erkennt sie auch bei den EU Bürgerinnen und Bürgern  ein immer größer werdendes Bewusstsein für die Vorteile der fortschreitenden Digitalisierung. „Die Menschen erkennen immer mehr, dass sie Zeit, Geld und Ärger sparen können, wenn sie Sachen online erledigen“, so Frau Kroes.

Damit auch in Zukunft alle von den Vorteilen profitieren können, müssen die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hier zählte die Vize Präsidentin vor allem drei Bereiche auf:

Der erste Bereich sind die Breitbandnetze. Dienste wie Cloud-Computing oder Video-on-demand services bedürfen einer hohen Bandbreite. „Dem erhöhten Bedarf an Bandbreite, können wir nicht mit alten Strukturen begegnen. Diese werden uns nicht weit bringen in der neuen digitalen Welt“ so die Kommissarin. Um die Geschwindigkeiten zu erreichen die in den nächsten Jahren erforderlich sein werden, sind weitere Investitionen in den Breitbandausbau notwendig so ihr Fazit.

Der zweite Bereich ist das so genannte „Humankapital“. Die Zahl der Studenten im IT Bereich bleibt konstant, während der Bedarf immer weiter steigt. Hier besteht die Gefahr, dass es bald einen Mangel an Fachkräften geben wird. Hinzu kommt, dass es noch immer Millionen Europäer gibt die noch nie das Internet benutzt haben. Diesen Menschen bleiben unendlich viele Chancen und Möglichkeiten verwehrt. Eine der zentralen Fragen wird es also sein: „Wie können wir alle online bekommen?“.

Der dritte und letzte Bereich den die Kommissarin anspricht ist die Schaffung eines dynamischen digitalen Binnenmarktes. Die Hürden die in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit seit Jahren abgebaut wurden, tauchen in digitaler Form wieder auf. Hier besteht noch ein großer Nachholbedarf resümiert Neelie Kroes.

In diesen Bereichen sei noch einiges zu tun betonte die Kommissarin. Einige Dinge seien bereits in der Planung aber für einen effektiven und schnellen digitalen Wandel bedarf es auch der mithilfe der Nationalstaaten.

Mit dem Appell den digitalen Wandel ins Zentrum der nationalen Strategie zu stellen beendete die Kommissarin ihre Rede.

Hier können Sie die Reden im Original nachlesen:

europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/12/294&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/12/296&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en