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Freitag, 28.04.2017
Mittwoch, 19.02.2014 11:57

Flächendeckender Breitbandausbau erfordert deutlich geringere Investitionen als bisher angenommen

Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK). Statt der bisher prognostizierten 93 Milliarden Euro wäre nach den Modellrechnungen der Forscher eine flächendeckende Breitbandversorgung mithilfe des VDSL2-Vectoring-Verfahren durch Investitionen in der Gesamthöhe von 17 Milliarden Euro finanzierbar.


Der flächendeckende Ausbau zukunftssicherer Breitbandnetze bis 2018 gehört zu den erklärten Zielen der Bundesregierung. Die dafür notwendigen Investitionen, bisher auf etwa 93 Milliarden Euro geschätzt, könnten laut einer aktuellen Studie des WIK deutlich geringer ausfallen. Im Rahmen einer Untersuchung des Investitionswettbewerbs auf dem Breitbandmarkt im Auftrag des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO) gelangten die Forscher zu dem Ergebnis, dass 17 Milliarden Euro ausreichen, um das gesamte Bundesgebiet mit Breitbandanschlüssen zu versorgen. Das Einsparpotential ergibt sich aus den um ein Vielfaches geringeren Kosten eines VDSL2-Anschlusses, dessen Datenübertragungsgeschwindigkeit mittels VDSL2-Vectoring optimiert wird, gegenüber einer Glasfaserleitung bis in das Gebäude oder die Wohnung (FTTB/FTTH). Während eine einzelne Netzanbindung per Glasfaser im Schnitt mit 2400 Euro zu Buche schlägt, lässt sich VDSL2 mit Vectoring für lediglich 300 Euro pro Anschluss realisieren. Die Kosten für VDSL2-Netze fallen deshalb so viel geringer aus, weil zwar das zentrale Netz bereits auf Glasfaserkabeln basiert, die Telekommunikationsunternehmen für die sogenannte "letzte Meile" zwischen Vermittlungsstelle und Teilnehmeranschlüssen jedoch auf die fast überall bereits vorhandenen Kupferkabelnetze zurückgreifen. Dr. Karl-Heinz Neumann, Direktor des WIK, resümiert: "VDSL Vectoring ermöglicht Bandbreiten von 50 Mbps und mehr bei rund einem Viertel des Investitionsvolumens reiner Glasfasernetze."

VDSL2-Vectoring bietet damit eine zum jetzigen Zeitpunkt preisgünstige Alternative zum reinen Glasfaserausbau, sollte laut Neumann aber in erster Linie als Brückentechnologie verstanden werden. "Langfristig sind nur reine Glasfaseranschlussnetze zukunftssicher. Die Netzbetreiber können ihr VDSL Vectoring Netz jedoch später zu einem vollständigen Glasfaseranschlussnetz weiterentwickeln, wenn die Nachfrage nach besonders hohen Geschwindigkeiten entsprechend zunimmt", erklärte der WIK-Direktor.