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Mittwoch, 01.03.2017
Mittwoch, 26.03.2014 12:13

Glasfaserversorgung für Riedlinger Ortsteile dank Bürgerbeteiligung realisiert

Die zur baden-württembergischen Stadt Riedlingen gehörenden Teilorte Bechingen, Daugendorf, Zell und Zwiefaltendorf haben dank intensiver Bemühungen engagierter Bürger geschafft, was vielerorts an der Wirtschaftlichkeit scheitert: Alle Haushalte der vier Ortschaften verfügen ab sofort über Internetanschlüsse per VDSL mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s.


1225 Einwohner zählen Daugendorf, Zell-Bechingen und Zwiefaltendorf, Ortsteile Riedlingens an der Donau, zusammengenommen. In solchen Fällen ist der kabelbasierte Breitbandausbau aus Sicht der Netzbetreiber in aller Regel unwirtschaftlich. Mobilfunkangebote lassen sich hier schneller und wesentlich kostengünstiger umsetzen, stellen hinsichtlich ihres Leistungsvermögens jedoch keine gleichwertige Alternative dar.  

Für die genannten Gemeinden im Südosten Baden-Württembergs gehören langsame und unzuverlässige Internetanbindungen ab sofort der Vergangenheit an. Seit dem 11. März ist die Verlegung von Glasfaserkabeln als Kernnetz für die Versorgung sämtlicher Bürger mit VDSL-Anschlüssen abgeschlossen. Dies ermöglicht in naher Zukunft allen Bürgern, mit Datenübertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s im Netz zu surfen und auch datenhungrige Dienste wie Online-Videotheken und Videokonferenzen uneingeschränkt zu nutzen.

Möglich gemacht hat das Ausbauprojekt die Bürgerinitiative "Schnelles Internet für Daugendorf". Gegründet im Februar 2012 betrieb die Initiative intensiv Werbung für das Vorhaben, sicherte sich die Unterstützung der Stadtverwaltung Riedlingen und sammelte gemeinsam mit der Franz und Regine Frauenhoffer Stiftung Spenden in Höhe von 116.000 Euro. Zusammen mit einem Zuschuss der Stadt über 40.000 Euro genügte dies, um die bestehende Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen und die Telekom davon zu überzeugen, die vier Ortsteile mit Glaskernnetzen und VDSL-Anschlüssen für alle Haushalte auszustatten. 

Angesichts zahlreicher verbliebener sogenannter weißer Flecken, gemeint sind damit Gegenden ohne zeitgemäße Breitbandversorgung, stellt sich die Frage: Sollte das abgeschlossene Breitbandausbauprojekt ein nachahmenswertes Erfolgskonzept betrachtet werden oder muss man viel eher die Benachteiligung weniger dicht besiedelter Regionen monieren? Für die Einwohner der Ortschaften Bechingen, Daugendorf, Zell und Zwiefaltendorf dürfte diese Fragen zumindest für den Augenblick gegenüber der Freunde über die neu gewonnene, zukunftsfähige Internetanbindung sekundär sein. 

 

 

 

 

Von: Markus Konrad