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Montag, 25.09.2017
Mittwoch, 27.06.2012 08:46

Kabelnetzbetreiber wachsen kontinuierlich

Die TV-Kabel Branche sowie Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Ipsos beziehungsweise Analysen des Beratungs­unter­nehmens Solon bescheinigen den Kabelnetzbetreibern uneingetrübtes Wachstum. Die Branch­en­messe ANGA Cable unter­strich den Trend und war Po­dium für "Mehr Band­breite in Deu­tschland und die Wege dahin".


FTT-X.NET

©Gerd Altmann/Pixelio

Das TV-Kabel ist beim Breitbandinternet führend. Zwei von drei Neukunden entscheiden sich für einen Kabelinternetanschluss. Der Verband der Kabelnetzbetreiber ANGA veröffentlichte anlässlich der Messe aktuelle Daten der Kabelnetzbetreiberbranche. Danach ist der Kabelanschluss mit mehr als 18 Millionen Fernsehhaushalten der wichtigste TV-Empfangsweg. Kabelnetzbetreiber setzen auf Vielfalt. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zufolge wachsen Fernsehen- und Breitbandmärkte zusammen. Kabelanbieter seien Impulsgeber  in beiden Märkten und Wachstumstreiber gerade bei Breitbandinternet. Deutsche Kabelnetzbetreiber haben mit 3,6 Millionen Breitbandinternet-Kunden zwar erst einen Marktanteil von 13 Prozent, aber bis Anfang 2013 werden rund 60 Prozent aller Haushalte in Deutschland mit 100 Mbit/s und mehr anschließen können. Derzeit bucht über die Hälfte der Kunden Zugänge mit über 30 Mbit/s und 6,6 Prozent sogar 50 Mbit/s und mehr.

Die Beratung Solon Management Consulting GmbH bescheinigt der Branche europaweit bis 2014 ein Wachstum von über fünf Prozent. Gegenwärtig betrage das Volumen des europäischen Kabelmarktes über 20 Millionen Euro. Solon-Geschäftsführer Christian Teichmann sieht drei Wachstumsfelder: Geschäftskunden, Breitband und Mobilfunk. Das Beratungsunternehmen prognostiziert, dass 45 Prozent aller Kunden in Europa bis 2014 superschnelles Internet zwischen 50 und 150 Mbit/s haben werden. Bisher würden neun Prozent über diese Bandbreite verfügen.

Die verschiedenen Diskussionsrunden mit hochrangigen Vertretern der Kabelanbieter-Branche im Rahmen der ANGA zeigten einhellig, dass in Deutschland mehr Breitband nötig ist. Unterschiedliche Auffassungen gab es über den Weg zum Ziel.

So meinte der Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland, Christian P. Illek, dass ein Technologiemix – LTE, Glasfaser, VDL, Koax – letztlich  dazu führe, „Deutschland möglichst schnell flächendeckend zur Datenautobahn auszubauen“.

Der Vorstandsvorsitzende der Alcatel-Lucent Deutschland AG, Wilhelm Dresselhaus vertritt die Auffassung, dass „hybride Lösungen gefragt“ sind. Schon aus Kostengründen halte er flächendeckendes FTTH vorerst für utopisch. Und: „Jetzt gilt es, passive Infrastrukturen zu nutzen, Koax, Glasfaser und VDSL flächendeckend einzusetzen und über die Bitstromebene verfügbar zu machen. Erst dann wird der Konkurrenzkampf zwischen Infrastrukturanbietern dem Wettbewerb zwischen Dienstanbietern  weichen.“ LTE werde unterschätzt, sie sei gerade im ländlichen Bereich eine ausgezeichnete Substitutionstechnologie. Aber alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Funktechnologie den Breitbandausbau nicht ersetzen könne.

Die Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, Dr. Iris Henseler-Unger, verwies auf den großen Boom von Smartphones und Tablet. Apps seien teilweise attraktiver als das, was man per Glasfaser geboten bekäme. Das zeige, dass Mobilfunk nicht nur eine Ergänzung, sondern eine völlig andere Technologie sei. „Selbst wenn ein Zugang zum Festnetz besteht“, so Henseler-Unger, „werden Technologien dennoch mit Vorliebe parallel  genutzt. Daher sollten sich Festnetzanbieter darüber Gedanken machen, wie sich ihr Produkt durch zusätzliche Dienste attraktivieren lässt“.

Der Geschäftsführer der Wilhelm Tel GmbH in Norderstedt, Theo Weirich, plädiert klar für FTTH. Die Ausrichtung seines Unternehmens auf Glasfaser sei eine richtige Entscheidung gewesen, seine Wertschöpfung liege inzwischen bei 95 Prozent. Der sehr hohe Entwicklungsbedarf habe sich ausgezahlt.

Dietmar Schickel,  COO der Tele Columbus Gruppe, warnt vor „Schwarz-Weiß-Denken“. Der Bedarf des Kunden, der letztlich Zahler sei, sei relevant. Bei der Erschließung neuer Siedlungen stehe meistens FTTB auf der Agenda, man müsse nicht mit Glasfaser in die Wohnung. „ Diese hybride Zusammenführung ist ein Vorteil des  Kabelnetzes. So wie die Bandbreiten wachsen, so müssen  die Lösungen für den Kunden zur Verfügung  gestellt werden. Das nenne ich bedarfsgerechten Ausbau.“

Lutz Schüter, CEO der Unitymedia, meint, dass Geschwindigkeit längst ein Mehrwert geworden sei, für den eine entsprechende Zahlungsbereitschaft bestehe. Diese Tatsache müsse die Branche nutzen, diesen abzuschöpfen und dann erneut in Infrastruktur zu investieren.

Allen Teilnehmern gemein ist die Erkenntnis, dass bis 2014 „Breitband explodiert, während die Preise sinken“. Und in einem Kommentar zum Stand und zu den Aussichten der Breitbandkabelnetze in Deutschland sagt Thomas Braun, Präsident der ANGA: „Der weitere, möglichst flächendeckende Ausbau der Breitbandnetze zählt auch in den kommenden Jahren zu den wesentlichen Herausforderungen unserer Branche. Dafür werden glasfaserbasierte Technologien wie das Breitbandkabel eine zentrale Rolle spielen.“

Vgl.: www.infosat.de, www.anga.de, www.handelsblat.com