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Freitag, 28.04.2017
Donnerstag, 09.08.2012 10:01

Kommunen werden in Schleswig-Holstein aktiv

Auch in Schleswig-Holstein greifen viele Kommunen zur Eigeninitiative und schließen sich zusammen, um der massiven Unterversorgung des ländlichen Raums mit schnellem Internet entgegenzuwirken; besonders dort, wo große Netzanbieter aus Kostengründen nicht aktiv werden.


Die Hamburger Niederlassung der euromicron systems GmbH, Systemhaus der euromicron Gruppe und Anbieter von Komplettlösungen für Kommunikations-, Übertragungs-, Daten- und Sicherheitsnetzwerke, hat im Auftrag der mr. net Services, unabhängiger Infrastrukturdienstleister der mr. net Group im Norden Schleswig-Holsteins den Ausbau des Breitbandnetzes Fiete.Net gestartet. Fiete.Net versorgt die Region zwischen den Städten Eckernförde, Kiel und Rendsburg – das betrifft 28 Gemeinden – und   bietet Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s an, auf Wunsch sogar deutlich mehr. Ab März 2013 werden 15.000 Haushalte über einen Breitbandanschluss verfügen.

Ausgangspunkt der Glasfaserverkabelung sind Osterby und Revensdorf durch die gesamte Region bis zu den Kabelverzweigern der Deutschen Telekom. Um die dafür erforderliche Verlegung der Leerrohre zu finanzieren, gründeten die Gemeindeämter Dänischenhagen, Dähnischer Wohld und Hüttener Berge einen Breitbandzweckverband (BZV). Die Verlegungskosten werden von den Gemeinden und dem Kreis bezuschusst. Zusätzlich wird das Projekt mit Fördermitteln des Landes und der EU finanziell unterstützt.

Die Hamburger Niederlassung der euromicron systems GmbH realisiert dieses Projekt  von der Gesamtprojektleitung und –koordination, über den Bau der passiven Infrastruktur bis hin zur Installation von 60 Multifunktionsgehäusen (MFG) einschließlich aktiver DSLAM-Komponenten. Für Fiete.Net werden 180 Kilometer Rohrleitungen verlegt, die seit Juni dieses Jahres mit Glasfaser gefüllt und über die entlang des Netzes zu errichtenden MFG an die Kabelverzweiger der Deutschen Telekom angeschlossen werden. Das Leerrohrnetz wird von der BVZ errichtet und an die mr.net Services verpachtet.

Auch die Anfang 2010 gegründete azv Südholstein Breitband GmbH, hundertprozentige Tochter des azv Südholstein, will der massiven Unterversorgung mit Breitbandanschlüssen im ländlichen Raum entgegenwirken. Das Unternehmen sieht sein Engagement für den Aufbau einer leistungsfähigen Kommunikationsstruktur auf der Basis eines Glasfasernetzes im ländlichen Raum als Notwendigkeit zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Gemeinden und als direkten Beitrag zur regionalen Entwicklung. Der Geschäftsführer der Breitband GmbH, Peter Janssen, informierte unlängst über die Pläne des Breitbandausbaus der Region auf einer Veranstaltung der Gemeinde Heist. Er sieht die Priorität in der Versorgung des Gewerbegebiets an der B431, die ansässigen Firmen an das schnelle Datennetz anzuschließen. Im Juli dieses Jahres soll mit der Verlegung der Leerrohre, in welche im Anschluss Glasfaser eingeblasen sollen, begonnen werden. Zweiter Schwerpunkt, so Janssen, sei das „Aktionsgebiet Süd“, in dem „ausreichend“ Haushalte (60 Prozent) einen Vertrag mit dem azv abgeschlossen haben. Ein weiteres Baugebiet soll 2015 und 2016 erschlossen werden.

Im September 2010 gründeten die Ämter Südtondern und Mittleres Nordfriesland gemeinsam mit der ARGE Netz GmbH & Co. KG, einem Zusammenschluss aus ca. 200 erneuerbare Energieunternehmen aus ganz Schleswig-Holstein - die Breitbandnetztgesellschaft GmbH & Co. KG. Ziel dieser Gesellschaft ist der Bau eines Glasfasernetzes im nördlichen Nordfriesland zur Versorgung aller Haushalte und Unternehmen mit schnellen Internetzugängen und zukunftsorientierten Services. Ihr Geschäftsführer Dr. Martin Grundmann beziffert die Kosten für das Gesamtprojekt mit 65 Millionen Euro. In der Gemeinde Südtondern nimmt das Infrastrukturprojekt „Schnelles Internet“ Fahrt auf. Sieben Gemeindevertretungen – Bosbüll, Aventoft, Ladelund, Rodenäs, Stedesand, Süderlügum und Uphusum – gaben ihr Einverständnis, dem Gemeindeamt Südtondern die Aufgabe „Ausbau schneller Breitband-Zugang ins Internet“ zu übertragen. Das bedeutet, dass sich das Amt mit drei Millionen Euro an der Breitbandnetzgesellschaft zusätzlich beteiligt.

Der genaue Anschlusstermin könne für das Projekt, bei dem es um 50 Gemeinden mit insgesamt 24.000 Anschlüssen gehe, noch nicht genannt werden. Man müsse davon ausgehen, dass bei einer fünfjährigen Bauzeit für das Breitbandnetz, pro Jahr 10 Gemeinden angeschlossen werden würden. Erfahrungen habe man bereits mit dem Anschluss der Pilotgemeinden Reußenköge und Bohmstedt gesammelt.