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Samstag, 29.04.2017
Mittwoch, 12.03.2014 17:12

MXC-Kabel überträgt 800 Gbit/s - Erste Kabel noch 2014 auf dem Markt

Bereits seit einigen Jahren entwickelt Intel in Kooperation mit dem Spezialglashersteller Corning "Silicon Photonics", ein Glasfaserkabel, bei dem Photonen die Datenübertragung übernehmen. Aktuell erreichen die Entwickler damit Geschwindigkeiten von je 800 Gbit/s in Sende- und Empfangsrichtung. Supercomputer und vor allem Datenzentren sollen von den schnellen Kabeln profitieren.


Basierend auf der "Silicon Photonics"-Technologie haben Intel und Corning eine Verbindung namens "MXC" entwickelt, die eine Gesamtübertragungsleistung von 1,6 Terabit/s verspricht. Die MXC-Kabel beinhalten bis zu 64 Glasfasern, welche bei Leitungen bis zu 300 Metern Länge Daten mit jeweils 25 Gbit/s in Sende- und Empfangsrichtung übertragen können. Mario Paniccia, Direktor von Intels Photoniklabor, stellte in Aussicht, dass sich dieser Wert in Zukunft eventuell noch verdoppeln lasse. Für den Moment jedoch bieten bereits die Kabel mit 25 Gbit/s Übertragungsleistung pro Faser, welche Intel und Corning bereits in den kommenden Monaten auf den Markt bringen werden, einen erheblichen Geschwindigkeitszuwachs. Um die unterschiedlichen Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten potentieller Kunden exakter bedienen zu können, haben die Unternehmen neben Kabeln mit 64 Glasfaser auch Varianten mit acht, 16 oder 32 Fasern und entsprechenden Übertragungsraten geplant. Damit bietet die Technologie gegenüber den aktuell gebräuchlichen Kabeln mit Datenübertragungsraten von 10 Gbit/s eine um den Faktor 160 höhere Maximalleistung. Zum Einsatz kommen werden die MXC-Kabel primär in Datenzentren und bei der Vernetzung von Supercomputern.

Neben den enormen Datenübertragungsgeschwindigkeiten bieten die MXC-Kabel weitere Vorteile. Aufgrund ihrer im Vergleich mit herkömmlichen Hochleistungskabeln dünneren und flexibleren Beschaffenheit können sie auch in widrigen Umgebungen vergleichsweise platz- und damit kostensparend eingesetzt werden. Zudem versprechen die Hersteller eine höhere Energieeffizienz und eine deutlich reduzierte Beeinträchtigung der optischen Signale und damit der Übertragungsgeschwindigtkeit und -reichtweite.

Konkrete Angaben zu den Preisen der MXC-Kabelvarianten machten Intel und Corning bisher keine, kündigten jedoch an, dass der Glasfaserhersteller US Conec im zweiten Quartal dieses Jahr mit der Produktion von MXC-Kabeln beginnen wird. Corning selbst wird im dritten Quartal 2014 mit der Serienproduktion  beginnen. Die Kommunikationstechnologiekonzerne Molex und TE Connectivity erklärten ebenfalls, MXC-Kabel herstellen zu wollen, nannten aber keine genauen Termine.

Von: Markus Konrad