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Mittwoch, 01.03.2017

Technik News

Mittwoch 12.03.2014

MXC-Kabel überträgt 800 Gbit/s - Erste Kabel noch 2014 auf dem Markt

Bereits seit einigen Jahren entwickelt Intel in Kooperation mit dem Spezialglashersteller Corning "Silicon Photonics", ein Glasfaserkabel, bei dem Photonen die Datenübertragung übernehmen. Aktuell erreichen die Entwickler damit...[mehr]

Mittwoch 19.02.2014

Flächendeckender Breitbandausbau erfordert deutlich geringere Investitionen als bisher angenommen

Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK). Statt der bisher prognostizierten 93 Milliarden Euro wäre nach den Modellrechnungen...[mehr]

Mittwoch 19.02.2014

G.fast Standard verspricht Datenübertragungsraten bis zu 1 Gbit/s

Während der Glasfaserausbau vielerorts aufgrund der hohen Kosten nur langsam voranschreitet, arbeiten Alcatel-Lucent und Huawei intensiv an der Standardisierung von G.fast. Der neue Standard nutzt vorhandene Kupferkabelnetze,...[mehr]

FTTB - Building oder Basement?

 

Wenn ein flächendeckender Aufbau der Glasfaserinfrastruktur langfristig das Ziel aller am Breitbandausbau beteiligten Akteure sein sollte, führen einige Wege dorthin. Außerhalb der Stadt ist als Zwischenschritt der glasfasergestützte Anschluss der Kabelverzweiger sinnvoll, um die benötigte Kundenzahl zu generieren, die einen weiteren Ausbau vor allem aus ökonomischer Sicht ermöglichen. Nicht umsonst heißt es: wer morgen FTTH möchte, muss heute FTTC denken.


FTT-X.NET
Kabelverzweiger in Berlin

 

FTTB wird vorwiegend im städtischen Bereich verlegt und eignet sich zur Anbindung von Hochhäusern, Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen mit vielen Wohneinheiten, aber auch für klein- und mittelständische Unternehmen.


Ist, wie in den städtischen Räumen anzunehmen, eine Telekommunikations-Infrastruktur bereits gut ausgebaut, steht ein Kabelverzweiger oder die DSLAM bereits direkt vor oder in der Nähe des Hauses. Da liegt der Gedanke nah, ein Glasfaserkabel bis ins Gebäude zu verlegen. Die Telekommunikations-Kabelanlagen sind im urbanen Bereich in Leerrohren verlegt und lassen sich oftmals durch Glasfaserkabel nachverlegen oder ersetzen. Lediglich die Kanaldeckel werden dafür geöffnet und in einem freien Rohr kann ein Glasfaserkabel bis zum nächsten Kanaldeckel kostengünstig eingezogen werden. So vorhanden, ist das einfach zu realisieren.

Im Unterschied zum Ausbauverfahren FTTC ist bei FTTB die zu überbrückende Entfernung mit kupfernen Kabel (NoFibre) wesentlich kürzer. Oftmals betragen die Leitungslängen nur 10 - 50 Meter. Mit FTTB sind daher attraktive Datenübertragungsraten realisierbar. Innerhalb des Gebäudes werden dann über die bestehende hausinterne Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die einzelnen Wohnungen mit Internet versorgt (bspw. VDSL2). Aber auch Funktechnologien bzw. die Nutzung von Stromversorgungs- (Powerline) oder TV-Kabelnetzen ist denkbar.

Der Nachteil von FTTB ist, dass die besonderen Eigenschaften der Glasfasertechnologie, wie sehr hohe Bandbreiten oder die Unempfindlichkeit ggü. elektromagnetischen Wechselwirkungen, eingeschränkt werden. Das meißt genutzte Medium der „letzten Meile“ stellt also wieder einen „Flaschenhals“ hinsichtlich der technologischen Eigenschaften dar. Damit wird die zu erwartende Leistung beim Kunden von der Größe des Gebäudes, also der Länge der verlegten Kabel beziehungsweise der Anzahl der zu versorgenden Wohneinheiten bestimmt. Außerdem teilt sich die anliegende Bandbreite auf die Anzahl der im Haus befindlichen Wohneinheiten weiter auf.

Grundsätzlich bezeichnet FTTB also die technische Erschließung ganzer Gebäude mit Glasfaser. Theoretisch kann daher in Ein- oder Zweifamilienhäuser FTTB mit FTTH  gleichgesetzt  werden. Dann aber erfolgt die Verteilung oder der Anschluss entsprechender Endgeräte eher über ein Gigabit- Ethernet oder WLAN Verbindungen. Auch wenn die Technologien dahingehend keine festen Grenzen aufweisen sind derartige Merkmale FTTH typisch. Eine sicherlich leicht zu verschmerzende Verwischung der Definition.

Der Glasfaseranschluss wird beim FTTB Verfahren bis an das Haus (Building) oder, wenn vorhanden, in den Keller (Basement) verlegt. Üblicherweise reicht die Glasfaser bis in den Technikraum oder Hausanschlussraum der Gebäude. Das Glasfaserkabel endet dabei am (oder in der Nähe des) Anschlusspunkt Linientechnik (APL, z.B.: als Endverzweiger - EVz), an welchem heute noch weitverbreitet das Verzweigungskabel (Vzk) der dritten Netzebene (vom KVz kommend) anliegt. Ein APL in der Glasfasertechnologie wird als oAPL (optischer Anschlusspunkt des allgemeinen Leitungsnetzes) bezeichnet. Hier wird dann das optische Signal mittels der optische Netzwerkeinheit (ONU – auch ONT für optical network termination) in ein elektrisches Signal gewandelt und über die im Gebäude vorhandene Kupferverkabelung bis hin zur Teilnehmer-Anschlussdose geführt. In den Wohnungen selbst führt die signalführende Leitung zum Teilnehmeranschluss (TA) und ist ab dort den Kunden für den Einsatz z. B. eines Routers verfügbar.


FTT-X.NET

 

Die optische Netzwerkeinheit (ONU) ist in der Kommunikationstechnologie der Netzabschluss der optischen Anschlussleitung. Die ONU kann im Kabelverzweiger, im Gebäude oder beim Teilnehmer selbst installiert sein. Dort wird das Glasfasernetz eines Telefonnetzbetreibers auf die lokale Installationsverkabelung des Teilnehmers, die in der Regel mit Twisted-Pair-Kabel ausgeführt ist, umgesetzt.


Beispiel FTTB DSLAM

Mit einem Micro-DSLAM im Gebäude kann der Netzbetreiber die Glasfaser im Haus terminieren. Der DSLAM schließt dann die einzelnen Teilnehmer im Gebäude über die bestehende Telefonverkabelung beispielsweise mit VDSL2 an. Damit stehen jedem Teilnehmer auf den kurzen Telefonleitungen im Gebäude über 100 Mbit/s zur Verfügung.

Via VDSL sind heute in der Regel Download-Raten von 50-100 MBit/s realisierbar. Künftig werden aber noch höhere Übertragungsraten möglich sein. Denn es gilt: Je kürzer die ohne Glasfaser zu überbrückende Distanz, desto höher die Leitungsgüte ohne Dämpfungsverluste, wie sie auf kupferbasierten Kabelübertragungswegen auftreten. Im Gegensatz zu FTTH, kommt FTTB immer häufiger zum Einsatz. Insbesondere beim Neuausbau des VDSL-Netzes. Der Münchner Internet-Anbieter M-net beispielsweise treibt in weiten Teilen Bayerns den VDSL-Ausbau via FTTB voran. Die Deutsche Telekom AG will künftig auch verstärkt auf FTTB bzw. FTTH setzen, wie der Konzern erstmals im November 2010 ankündigte. Ab Mitte 2012 vertreibt die DTAG erstmals reine FTTH-Anschlüsse mit bis zu 200 Mbit Datenrate.